Parkbahn "Küchwald" Chemnitz
Geschrieben von Administrator   
07.04.2006
 

Inbetriebnahme

erstes Teilstück
1.8.1953
Offizielle Eröffnung
13.06.1954

Länge

  2,3km

Spur

600mm

Die Stadt Chemnitz erwarb den Küchwald am 1.April 1885 für 460.000 Mark. Seit 1888 wurde der Küchwald zu einem Waldpark umgestaltet und ab 1900 das heute noch vorhandene Wegsystem angelegt.

Die Stadtverordnetenversammlung von Chemnitz beschloss 1952 den Küchwald in einen Kulturpark umzuwandeln und eine Pioniereisenbahn zu bauen. Die Bahn sollte entlang des Küchwaldrings verlaufen und den Ring dabei zweimal kreuzen. Wendeschleifen sollten am heutigen Schullandheim und an der Leipziger Straße errichtet werden. Das Projekt sah außerdem 3 Haltestellen vor. Viele Ideen zur Verwirklichung der Bahn mussten aber wieder verworfen werden.

Ursprünglich sollte die Bahn in Spur 381mm errichtet werden. Da aber das erforderliche Gleismaterial nicht zur Verfügung stand, wurde auf Material von Feldbahnen mit 600mm Spur übergegangen.

Am 14.März konnte mit dem Bau der 2,3km langen Bahn begonnen werden. Das Vorhaben sollte bis zu 1.Mai 1953 abgeschlossen sein. Am 1.Mai 1953, konnte das Reichbahnausbesserungswerk Chemnitz eine Lokomotive und die Wagen der Öffentlichkeit übergeben. Doch der Bau dauerte länger als geplant, so berichtete die "Volkstimme" am 21. April 1953 über von nur 270 Metern und im Juni wurden erst 540 Meter fertig gestellt. So waren die Bauarbeiten nur vom Hauptflügelweg bis zum Schaftreibeweg fertig gestellt. Materialprobleme und Fehler bei der Projektierung führten zu Terminverschiebungen. So war es zum Beispiel nicht möglich den Bahnhof Leipziger Straße wie geplant zu errichten, da das aufgrund der Gleisführung nicht möglich war.

Auch die Rechtsträgerschaft der Bahn war noch ungeklärt. Nach unzähligen Verhandlungen zwischen der Reichbahn, den Verkehrsbetrieben und der Stadt Chemnitz wurde am 30. Juli 1953 mit Ratsbeschluss 106/53 bestimmt, dass die Rechtsträgerschaft der Bahn zum 1.August 1953 an die Verkehrsbetriebe übertragen wird.

Als im Juli 1953 weite 500 Meter Strecke und der Lokschuppen fertig gestellt wurden, konnte am 1. August 1953 zum "Schlossteichfest" zumindest auf einer Strecke von 1000 Metern ein Pendelbetrieb gefahren werden. Die erste Lok die Zum Einsatz kam war eine Feldbahndiesellokomotive. Die Lok mit der Nummer 6001 (BJ 1934, BR 7L105, Leistung 22PS, Leergewicht 5,5t, Höchstgeschwindigkeit 8km/h), wurde am 28.April 1953 für 3000 Mark von der Chemnitzer Firma Paul Keller gekauft und im RAW Chemnitz, äußerlich so gestaltet, das sie wie eine Dampflok aussah.
Aus alten Feldbahnloren baute die Reichbahn die offenen Personenwagen mit 24 Sitzplätzen. Ein abgetragenes Gebäude des Bahnhofs Reichenhain wurde als Bahnhof verwendet.

Am 1. April 1954 wurden die Bauarbeiten fortgesetzt. Als neuer Fertigstellungstermin der Anlage wurde der 1.Juni 1954 festgesetzt. Aber auch dieser Termin konnte nicht gehalten werden. Durch einen enormen Zeiteinsatz von Eisenbahnern, sie leisteten in der Zeit vom 24.Mai bis Anfang Juni über 5.000 Arbeitsstunden, konnte Strecke von 2,3km fertig gestellt werden. Am 4.Juni 1954 konnte endlich der Vertrag zwischen der Deutschen Reichbahn und den Verkehrsbetrieben unterzeichnet werden, der als Rechtträger für die Bahn, die Chemnitzer Verkehrsbetriebe bestimmte.

Am 11.Juni 1954 wurde dann die erste Fahrt auf der 2,3km langen Strecke absolviert (laut Fahrtenbuch eines Lokführers war die Bahn am 11.6.in der Zeit von 14:00 bis 18:30 Uhr und am 12.6. von 7:45 bis 14:45 Uhr in Betreib). Am 13.Juni, dem "Tag des Eisenbahners", wurde die Pioniereisenbahn durch den damaligen stellvertretenden Minister für Eisenbahn, Lindemann, offiziell eröffnet.

Im Jahr 1955 wurde die Bahn der Volksbildung unterstellt. Ein Jahr später wurde eine neuer Lok fertig gestellt. Diese im Lokomotivbau Babelsberg gebaute Diesellok (Type Ns3, 60PS, 15km/h schnell), wurde am 1.Mai 1957 übergeben. Damit war, zusammen mit weiteren Wagen, ein Zweizugbetrieb möglich. Eine Reparaturwerkstatt mit 10m langer Arbeitsgrube konnte 1958 in Betreib genommen werden. 1964 wurde Verkleidung der ersten "Dampflok" entfernt, da ihr Aussehen nicht besonderst gut ankam. 20 Jahre später wurde die Lok verschrottet, weil unter anderem der Einbau einer Luftbremse nicht möglich war.

Im Jahre 1966 konnte eine Tankstelle für 4.000 Liter Kraftstoff übernommen werden. Lichtsignale wurden 1973 installiert und die Lokomotive von 1957, sowie 3 Personenwagen mit einer Druckluftbremse ausgerüstet.

1980 wurde ein neues Empfangsgebäude eingeweiht. Das Ziegelwerk Hainichen schenkte 1981 der Pioniereisenbahn eine Diesellok. Auch die Wiedervereinigung beider deutschen Staaten brachte der Eisenbahn im Küchwald neues, vor allem die Gründung des Fördervereins "Parkeisenbahn Küchwald" am 4. April 1991.
Die Gaststätte "Bahnsteigklause"(1990 entstanden) wird vom Förderverein noch heute uneigennützig betrieben. Der neue Haltepunkt "Tennisplätze" wurde 1992 vom Förderverein errichtet.
Außerdem wurde neue Signaltechnik installiert, wodurch nun Doppelfahrten möglich sind.

 

 

Betreiber:

Parkeisenbahn Chemnitz
Küchwaldring 24
09113 Chemnitz

Kontakt:

Tel 0371/3301100
Web: www.parkeisenbahn-chemnitz.de

 

  Quelle
 
 

 

Letzte Aktualisierung ( 26.07.2006 )